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Thema: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen?holk - 09.12.2015 09:46 

Am 30.01.2016 wird in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über eine Namensänderung unseres Vereins abgestimmt werden. Der Antrag von Werner Winkler lautet, den Verein künftig

»Verein zur Förderung der Naturellkunde e. V.”«

zu nennen.

Der Hintergrund dafür ist Werners Erfahrung, dass die Begriffe »Psychographie« und »Persönlichkeitstyp« oft missverstanden werden oder ungewollte Assoziationen wecken. Mit dem Begriff »Naturell« kann hingegen fast jeder etwas anfangen und es treten keine negativen Assoziationen auf, berichtet Werner.

Das kann ich so nachvollziehen. 

Der Begriff »Naturellkunde« erinnert mich derzeit immer an »Naturkunde«, was bei mir persönlich eine Assoziation von althergebracht weckt. Das passt für mich nicht dazu, dass wir ein modernes, lösungsorientiertes Modell haben, das noch weiterentwickelt wird.

Mein Fazit: Der Begriff »Naturell« passt in meiner Wahrnehmung, der Begriff »Naturellkunde« passt für mich nicht.

Wie geht es euch?

Fällt jemand eine Alternative zu »Naturellkunde« ein?

Da der Name des Vereins und des Modells eng verbunden sind, geht es wohl darum, für beides eine stimmige Benennung zu finden.

Viele Grüße

Holger (ST)

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A1   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? werner - 09.12.2015 11:08 

Danke für die Zusammenfassung des Themas, Holger.

Im Moment (also für die Mitgliederversammlung am 30.1.) lautet die Frage aber tatsächlich nur, wie der Verein künftig heißen soll - und da mit der Einladung nur ein Antrag bzw. Namensvorschlag verschickt wurde, kann auch dort nur über diesen Antrag abgestimmt werden.

Ich würde die Benennungen des Modells durchaus offen sehen - vielleicht fällt in einem Jahr jemand ein Begriff ein, der wirklich 100% passt - oder ein Forscher verifiziert die Epigenetik-Hypothese und spricht dann von epigenetischen Persönlichkeitsanteilen oder wie auch immer - dann entsteht einfach eine neue Variante der Sprechweise.

Mir geht und ging es mit meinem Antrag primär darum, den (aus meiner Sicht) irreführenden und missverständlichen Begriff "Psychographie" aus dem Vereinsnamen zu bekommen. Außer meinem Vorschlag ("Verein zur Förderung der Naturellkunde") gingen keine anderen Ideen bei mir ein oder wurden in der letzten Mitgliederversammlung vorgebracht.

"Naturellkunde" ist für mich die (aus unserer Sicht, nicht der des Dudens oder der Wikipedia) fachlich korrekte Übersetzung dessen, was mit "Psychographie" gemeint ist: nämlich die (derzeit noch nicht-akademische) Wissenschaft, die sich mit dem befasst, was wir in Ermangelung besserer Begriffe "Naturell" nennen: einen Anteil der Gesamtpersönlichkeit mit offenkundig starkem Einfluss auf einen Menschen - auch in biologischer Hinsicht.

Meine gesammelten Argumente sind in der Rubrik "Mitgliederversammlungen" nachzulesen, mehr dafür, warum ich "Psychographie" für ungeeignet und unpassend halte, aber auch, warum "Naturellkunde" für mich derzeit das neutralste und freundlichste Wort ist, um die Arbeit des Vereins abzugrenzen und auch als das Neue zu kennzeichen, das bearbeitet wird.

Werner (Beziehungstyp, wir-verbunden, zukunftsorientiert, Denker - 123-Code: 1332)

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A2   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? guenterhiller - 14.12.2015 09:28 

Ende Januar wird in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung unter anderem über die Namensänderung des Vereins abgestimmt. Eine Namensänderung bedeutet in gewisser Weise immer auch eine Identitätsänderung. Deswegen muss genau bedacht werden, ob diese gerechtfertigt ist. Ich möchte im Folgenden darlegen, warum ich diese Namensänderung für gut begründet halte. Gleichwohl verstehe ich diesen Beitrag als Information und auch als Entscheidungshilfe für diejenigen, die sich etwas gründlicher und tiefgehender mit dieser Frage auseinandersetzen wollen (deswegen auch die etwas längeren bzw. ausführlichen Erläuterungen).

Da es im Kern der Debatte um Begriffe geht („Psychographie“ vs. „Naturell“ bzw. „Naturellkunde“), möchte ich zunächst auf die für unseren Zusammenhang relevante Geschichte der Begriffsverwendung kurz eingehen.

In der akademischen Psychologie steht der Begriff „Psychographie“ (wörtlich: Beschreibung der Seele) für eine umfassende Beschreibung der Person in all seinen Dimensionen (z.B. Körperbauformen; Temperament; Fähigkeiten, Fertigkeiten). Dieser Begriff geht auf Gordon W. Allport zurück, der innerhalb der Differentiellen Psychologie (= Beschreibung der intra- und interindividuellen Unterschiede einer Person) das Ziel verfolgte, durch diverse Korrelationsforschungen (= statistische Wechselbeziehung zwischen zwei oder mehrerer variabler Merkmale) ein Psychogramm einer Person zu erstellen.
 
Dietmar Friedmann hat diesen Begriff aufgegriffen und verwendet ihn im Zusammenhang einer „Landkarte der Persönlichkeit“. Letztendlich geht es auch bei ihm um eine umfassende Beschreibung der Person. Im Unterschied zur akademischen Psychologie werden bei ihm aber keine Korrelationsforschungen betrieben, sondern er entwickelt eine Persönlichkeitstypologie, die auf „drei eigengesetzlichen Lebensbereichen“ (1976) basiert, aus denen er drei Typen ableitet. Insofern hat dieser Begriff hier eine völlig andere Bedeutung als in der akademischen Psychologie (die Merkmalskombinationen hinsichtlich der Persönlichkeit sind in der Differentiellen Psychologie viel komplexer und basieren auf statistischen Methoden wie z.B. Varianzanalysen, mit denen Friedmann nie gearbeitet hat).

Werner Winkler hat ebenfalls den Begriff „Psychographie“ verwendet, und zwar zunächst ganz im Sinne von Dietmar Friedmann. Auch er spricht von „Landkarte der Psychographie“ bzw. von „Lebensbereichen und daraus ableitbaren Persönlichkeitstypen“ (2001). Allerdings hat er Friedmanns Modell erweitert durch eine andere Anordnung dieser Lebensbereiche und ihrer Ausdifferenzierung. Herausgekommen ist ein Modell, das entsprechend verschiedener Unterbereiche zu 81 Typ-Differenzierungen führt.

Im Januar 1999 wurde der Verein „Psychographie-Initiative“ ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Psychographie einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Im Herbst desselben Jahres stellte Werner Winkler sein Modell vor, auch in der Hoffnung, dass Dietmar Friedmann es adaptiert. Dies war jedoch nicht der Fall, abgesehen von der Einbeziehung des Wir-Bezuges. Somit standen in der Folgezeit zwei unterschiedliche Modelle im Raum, die unter dem Oberbegriff „Psychographie“ zusammengefasst waren. Ich selbst sprach damals vom „Friedmann-Modell“ und vom „Winkler-Modell“ und habe auch in einem Vortrag auf dem 7. Psychographie-Tag (2005) die Unterschiede zwischen diesen Modellen referiert.

Im Laufe der Zeit hat Werner Winkler sein Modell immer wieder sprachlich und graphisch modifiziert. Sprachlich: verschiedene Typ-Metaphern (z.B. Flava, Blua, Ruga; Schimpanse, Orang-Utan, Gorilla).
Graphisch: unterschiedliche „Landschaftsdarstellungen“ (z.B. Haus-Modell; Garten-Modell). Es gab auch schon früh Versuche, eine Alternative zum Begriff „Psychographie“ zu finden (z.B. 123-Modell).

Eine meiner Meinung nach qualitativ neue Bedeutungsgebung kam durch den von Klaus Fritz eingeführten Begriff „Naturell“ (2003) ins Spiel, den dann Werner Winkler übernommen hat. Dieser Begriff hat (laut Duden) zwei Bedeutungen: 1. natürliche Veranlagung und 2. Wesensart (wobei hiermit gemeint ist, dass diese Wesensart in der natürlichen Veranlagung verankert ist). Diese, auch im allgemeinen Sprachgebrauch verwendete Bedeutung kommt meines Erachtens dem Winkler-Modell näher als dem Friedmann-Modell. Werner Winkler will mit diesem Begriff „Naturell“ zum Ausdruck bringen, dass es sich nur um einen Aspekt der Gesamtpersönlichkeit handelt, den er in den Blick nimmt, um eine Person zu beschreiben, nämlich den angeborenen Wesensanteil. (Ganz wichtig: Angeboren heißt hier nicht „ererbt“, sondern nach Werner Winklers Hypothese „embryonal erworben“.) Weitere Aspekte, die die Person bestimmen, sind erbliche, soziale und kulturelle Einflüsse, die eine Person bzw. den entsprechenden Typ weiterhin stark beeinflussen können. Im Gegensatz dazu ist Friedmanns Typbegriff (bzw. Typverständnis) viel stärker in der Gesamtpersönlichkeit verankert. Ihn scheinen die unterschiedlichen Anteile, aus denen die Gesamtpersönlichkeit resultiert, gar nicht zu interessieren. Für ihn zählt praktisch nur das Endprodukt, also der Typ selbst. Aber ich will doch auch wissen, welche meiner Persönlichkeitsanteile von meinem Naturell, meiner Erziehung, meiner Sozialisation, meiner Kultur entspringen, zumindest ansatz- oder annäherungsweise. Und genau das kommt im Winkler-Modell zum Ausdruck. Es ist darauf spezialisiert, den Naturell-Aspekt in den Blick zu nehmen. Dieses Modell maßt sich also nicht an, die Gesamtperson mit all ihren unterschiedlich prägenden Anteilen zu beurteilen, sondern eben „nur“ den angeborenen Anteil und die daraus resultierenden unterschiedlichen Gewichtungen, die die Wesensart einer Person (eben aus dem Blickwinkel dieses angeborenen Anteils) ausmachen. Damit lässt es Raum für die anderen Einflüsse, die insbesondere von der Pädagogik, der Psychologie, der Soziologie und den Kulturwissenschaften thematisiert werden. Dadurch entspricht dieses Modell auch einem wissenschaftlichen Konsens, denn es berücksichtigt die Tatsache, dass der Mensch/die Person auch von anderen Einflüssen (psychologisch ausgedrückt: bio-psycho-sozialen Einflüssen) bestimmt wird. Und es tritt auch bescheidener auf, weil es eben „nur“ den angeborenen Anteil ins Zentrum stellt und dadurch die Thematisierung der weiteren Anteile den anderen Wissenschaften überlässt.
Deswegen eignet sich meines Erachtens der Begriff „Naturell“ in einem besonderen Maße, die beiden Modelle sprachlich und inhaltlich voneinander abzugrenzen. Während zuvor beide Modelle unter einem Oberbegriff zusammengefasst waren, könnte man sie nach einer Vereins-Umbenennung auch sprachlich unterscheiden. „Psychographie“ stünde für das Friedmann-Modell und „Naturellkunde“ für das Winkler-Modell.

Im Weiteren möchte ich noch einige Anmerkungen machen zu zwei Haupteinwänden, die gegen den Begriff „Naturellkunde“ bzw. „Naturell“ vorgebracht werden.

Es scheint mir auch so zu sein, dass „Naturellkunde“ nicht so wissenschaftlich klingt wie „Psychographie“. Insofern ist dieser Begriff „Naturellkunde“ tatsächlich gewöhnungsbedürftig, zumindest für diejenigen, die auf diese „Wissenschaftlichkeit“ Wert legen. Andererseits bringt er jedoch genauer zum Ausdruck, worum es im Winkler-Modell geht und ist deswegen meines Erachtens zutreffender. Außerdem finde ich es anerkennenswert, angesichts der vielen teils auch (pseudo-)wissenschaftlichen Begriffe, die häufig aus griechischen und/oder lateinischen Wortzusammensetzungen bestehen, einen rein deutsch-sprachigen Begriff für das Winkler-Modell zu verwenden, zumal er vom Wortsinn her verständlicher ist.

Ein weiterer Einwand betrifft die Sorge, dass durch den „Naturellbegriff“ die Entwicklungsaspekte (die sowohl für das Friedmann- wie auch für das Winkler-Modell konstitutiv sind) nicht mehr so recht zur Geltung kommen würden. Vordergründig trifft dies zu. Denn „Naturell“ impliziert die Assoziation „angeboren“ und „angeboren“ impliziert die Assoziation: „Dann bin ich einfach so, da kann man nichts mehr machen; da lässt sich nichts mehr verändern!“ Auch ich bin der Auffassung, dass es Wesensanteile gibt, die praktisch nicht mehr veränderbar sind. Aber das heißt noch längst nicht, dass ich mich nicht verändern kann. Von meinem Wesen her bin ich auf eine bestimmte Art und Weise geprägt (eben durch ererbte, angeborene, soziale und kulturelle Einflüsse), aber mein Verhalten kann ich dennoch verändern, und zwar dadurch, dass ich anders handle und/oder eine andere Einstellung entwickle, die sich in meinem Verhalten entsprechend auswirkt. Und genau diese Erkenntnis gilt es Klienten zu vermitteln nach dem Motto: „Es gibt Wesensanteile in Ihnen, die sich nicht mehr verändern lassen, aber gleichwohl haben Sie die Freiheit, sich anders zu verhalten, auch wenn es Ihnen von Ihrem Wesen/Naturell her schwerfällt. Dass Sie so sind, wie Sie sind, bedeutet aber auch, dass Sie so sein dürfen, wie Sie sind und sich für Ihre Wesensart/Ihr Naturell nicht zu schämen brauchen. Gleichwohl haben Sie die Freiheit, wenn Sie etwas unbedingt verändern wollen, dies auch zu tun, indem Sie ein entsprechendes Verhalten zeigen oder es sich durch Lernprozesse aneignen.“
Ob ein Therapeut/Berater mit dem Friedmann- oder Winkler-Modell arbeitet, ob er dieses Modell „Psychographie“ oder „Naturellkunde“ nennt, spielt meines Erachtens hinsichtlich der Frage nach der Veränderbarkeit nicht die entscheidende Rolle. Viel entscheidender sind folgende Fragen: Was ist veränderbar und was nicht? Will ich überhaupt etwas verändern oder nicht? Und: Wie kann ich etwas verändern, wenn ich es will? Diese Fragen beziehen sich in praktischer Hinsicht auf motivationale Aspekte sowie auf therapeutische Interventionen und sind in Bezug auf die Namensnennung meines Erachtens nicht relevant. [Fortsetzung im nächsten Abschnitt]

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A3   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? guenterhiller - 14.12.2015 09:30 
zuletzt editiert: 14.12.2015 09:34

Abschließend möchte ich meine Gedanken nochmals zusammenfassen und in Thesenform darlegen, um das Gesagte griffiger zu machen.

Der Begriff „Psychographie“ meint in der akademischen Psychologie etwas völlig anderes als im Verständnis von Dietmar Friedmann und Werner Winkler. Im ersteren Fall steht er für eine statistische Korrelationsforschung, im zweiten Fall für eine Persönlichkeitstypologie. Insofern ist dieser Begriff ohne inhaltliche Erläuterung unverständlich oder auch missverständlich.

Innerhalb des Vereins „Psychographie-Initiative“ gibt es, wenn man sich rein auf den Begriff „Psychographie“ bezieht, zwei Modelle: das Friedmann-Modell und das Winkler-Modell mit inhaltlich unterschiedlichen Akzentuierungen.

Das Winker-Modell erscheint mir innovativer hinsichtlich seiner sprachlichen und graphischen Modifizierungen. Es ist gekennzeichnet durch einen Metapher-Reichtum, der immer wieder neue Verstehensoptionen schafft. Dadurch findet manch einer, der sich erstmals mit dieser Thematik auseinandersetzt, einen besseren Zugang.

Der Begriff „Naturell“ enthält eine qualitativ neue Bedeutung, die sich auf das Verständnis der Modelle auswirkt. Das Friedmann-Modell akzentuiert mehr die Gesamtpersönlichkeit und interessiert sich weniger für die Anteile, aus denen diese Gesamtpersönlichkeit zusammengesetzt ist. Dadurch kommt aus dem Blick, dass es verschiedene Einflussgrößen gibt, die in die Persönlichkeit einfließen. Das Winkler-Modell beschränkt sich auf einen Einflussbereich: das angeborene Naturell. Dadurch lässt es Raum für die anderen Einflüsse (ererbte, soziale, kulturelle), die von anderen Wissenschaften thematisiert werden.

Hinsichtlich der praktischen Arbeit ergibt sich meines Erachtens auch eine Akzentverschiebung. Im Begriff „Naturell“ steckt die (auch im allgemeinen Sprachgebrauch verankerte) Assoziation „angeborene Wesensart“. Dabei wird deutlich, dass es um denjenigen Anteil einer Person geht, der ihm quasi in die Wiege gelegt ist und der meines Erachtens kaum zu verändern ist. In dieser auf den ersten Blick kritisch zu sehenden „Unveränderbarkeit des Wesenskerns“ steckt meines Erachtens ein enorm wichtiger Aspekt, den ich im Friedmann-Modell so deutlich nicht erkennen kann, nämlich die Erlaubnis, auch so sein zu dürfen, wie man ist. Dadurch wird einer Person nicht nur signalisiert: „Du darfst so sein, wie du bist!“, sondern auch: „Ich nehme dich so an, wie du bist!“ Damit ist eine starke Wertschätzung der Person verbunden im Sinne von: „Ich akzeptiere und respektiere deine Wesensart!“ Geht es nun um die Frage der Veränderung, so stellt diese Akzeptanz überhaupt erst die Voraussetzung für eine Veränderung dar: Bevor ich mich verändere, muss ich mich zuvor so annehmen können, wie ich bin. Von diesem Standpunkt aus kann ich selbstbewusst sagen: „Ich bin, wie ich bin, aber ich kann mich auch anders verhalten, wenn ich es will!“ Und hier setzt nun die praktische Veränderungsarbeit an, sofern der Klient diese Veränderung auch wirklich will.  

Mein persönliches Fazit: Ich plädiere für die Umbenennung des Vereins, weil dadurch besser zum Ausdruck kommt, worum es im Winkler-Modell geht: den angeborenen Aspekt (mithin die angeborene Wesensart) der Person zu thematisieren und die entsprechend unterschiedlichen Gewichtungen herauszuarbeiten. Gleichwohl nehme ich die Einwände, die gegen die Umbenennung sprechen, ernst und respektiere sie. Dennoch meine ich, wir sollten die Umbenennung „wagen“. Denn sie bringt einen neuen Aspekt zum Ausdruck, der im Begriff „Psychographie“ so nicht erkennbar ist: dass wir ein „Naturell“ in uns tragen, das uns tief prägt und zu dem wir uns auch bekennen sollten. Und der Begriff „Verein zur Förderung der Naturellkunde“ bringt zum Ausdruck, dass es einen Verein gibt, der uns überhaupt erst zu Kunde bringt, über welches Naturell wir verfügen, und der uns über unsere Gewichtungen hinsichtlich unserer Stärken und Schwächen aufklärt.

Günter Hiller (Sachtyp-Denker, gegenwartsorientiert, du-bezogen)

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A4   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? buchfrau - 14.12.2015 10:56 

Also mir geht es grundsätzlich so, dass ich Probleme habe mit Verpackungen, da ich zu viele tolle Verpackungen, in unserem Fall geht es jetzt um die "Namensverpackung", in den letzten Jahren erlebe, die nur heiße Luft in sich haben - nach dem Sprichwort "Außen hui - innen pfui".

Deshalb ist es mir eigentlich ziemlich egal, wie der Verein heißt, weil ich weiß, wie wertvoll die Inhalte sind, die er fördert. Ich denke, Menschen interessieren sich nicht für uns, weil sie die Namen Psychographie oder Naturellkunde locken, sondern, weil die Typologie an sich Erkenntnisse für ihr Leben bringt, nachdem sie sie kennen gelernt haben - meistens durch andere Menschen denke ich.

Dennoch stimme ich der Argumentation von Günther zu, dass Naturellkunde wesentlich genauer, ehrlicher und korrekter das beschreibt, was das Winkler-Modell leisten kann und bin deshalb auch der Meinung, dass wir den Namen ändern sollen.

Um dem Ausdruck zu geben, dass das Modell an sich Entwicklungsrichtungen aufzeigt, könnte dem Namen einfach das Adjektiv "lösungsorientiert" oder "entwicklungsorientiert" vorangestellt werden, also:

Verein für lösungsorientierte Naturellkunde

oder

Verein für entwicklungsorientierte Naturellkunde

Das würde dann dem ganzen auch eher die Pfadfinderanmutung nehmen - auch wenn man sicher lösungsorientiert Pfade finden kann :)

Aber darüber können wir jetzt glaube ich nicht mehr entscheiden, weil die Einladung für die Versammlung schon raus ist und etliche Stimmen schon delegiert sind. 

Liebe Grüße und eine schöne Zeit wünsche ich euch allen,

Petra :)

Petra 1323 BT-Wir-Vergangenheit-Macher

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A5   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? angela - 14.12.2015 12:27 

angela (ST)

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A6   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? angela - 14.12.2015 13:44 

angela (ST)Hallo allerseits,

eben ging mein laaanger Beitrag irgendwie flöten, nun also noch einmal, kürzer.

Ich  bin nachdem ich mir ausgiebig Werners und Günther Hillers einleuchtende  Standpunkte ins Hirn genommen habe, trotzdem noch gegen die  Namensänderung in ""Naturellkunde".

Holger Hägeles Standpunkt teile ich vollkommen. @Petra, mir ist es keinesfalls egal, wie der Verein heißt.

Meine  Bedenken sind rein pragmatischer Art. Seit Jahren versuche ich die  Psychographie, mit viel ehrlichem Engagement und Begeisterung, bekannt  zu machen, benutze sie in der Beratung und in kleineren Info-Gruppen.  Nach außen hin vielleicht keine große Sache, doch passiert es schon  immer öfter, dass jemand sagt: "Psychographie, ja, davon habe ich schon  gehört." Jetzt mit "Naturellkunde " noch eimal anzufangen, dazu habe ich  nicht den Nerv. "Psychografie81" (mein Favorit), 123- Model, immer mal  neue Benennungen, das macht auch mich etwas weniger glaubwürdig und  verunsichert die Klienten. Die Bücher und Infohefte werden zwar nicht  ungültig, jedoch auf einen Schlag sind sie alle nicht mehr aktuell. Auch  nicht gerade vertrauensfördern für die Klientel und mich. Seit es die  Umbenennungsidee gibt, habe ich Freunde, Bekannte, Verwandte, Kollegen,  Supervisoren und Klienten gefragt, wie sie zu "Naturellkunde" stehen und  nicht ein einziger fand es gut oder hilfreich. Im Gegenteil, ich wurde  gefragt, ob ich wol auch bald einem Ornitologenverein beitreten möchte,  ob wir provinziell werden wollen und der Begriff sei  jugendburschenschaftlich angehaucht und ohne eine "wissenschaftliche"  Wertigkeit. Ich habe mich ehrlich bemüht, weil ich den Inhalt der  Flasche sehr schätze und bei einer entsprechenden Entscheidung zur Not  eben auch das neue Etikett mit (er) tragen werde. Meine (zugegeben  wenigen) Klienten aus dem Businessbereich hatten nur fast mitleidendes  Lächeln für mich und eine Ausbildung zum "Naturellkundler" fand man  nicht mal der Rede wert. Unabhängig davon, ob nun Werners und G. Hillers  Argumente richtig sind (ich kann sie zumindest nachvollziehen), halte  ich es trotzdem für falsch, zur Zeit einen neuen Namen zu wählen. Den  Nutzern, Klienten oder Interessierten ist es zunächst einmal vermutlich  egal bis in die hintersten theoretischen Winkel unseres sujets zu  steigen und so ist es mir zunächst wichtig, bevor ein neuer Name  ausgerufen wird, der soviele betuliche Assoziationen (vielleicht gibt es  ein Nord-Süd-Gefälle) erweckt, die Psychographie voranzutreiben. 

Die  Psycho-Silbe ist für mich, die sich ja auch mit Psychologie  beschäftigt, vollkommen in Ordnung und ich gaukele auch niemandem etwas  vor, was ich nicht bin oder leisten kann.

Der Begriff  "Naturellkunde" geht ja von einem angeborenen Naturell aus, was bisher  ja nur vermutet wird. Der Begriff "Psychographie" beinhaltet für mich  mehr. Das Modell ist ja auch nutzbar, wenn man von der bisher nur  vermuteten Angeborenheit absieht und es nutzen möchte, um Eigenschaften,  die den verschiedenen Typen zugeschrieben werden, bewusst  zu nutzen.  In bestimmten Situationen, Lebenszeiten oder vielleicht auch für immer?  Da ist noch so viel Forschungsidee im Modell verborgen, die ich in der  Kunde der verschiedenen  Naturells nicht unterbringe.

Bei  einer Umbenennung sollte eine große Mehrheit überzeugt sein, bei uns  haben sich  ja bisher nur ein paar Menschen geäußert und gewählt. Wo  bleibt ihr alle? Stehe ich allein auf weiter Flur? Ich hatte übrigens  auch Probleme, der advocatus diaboli zu sein und habe mich nicht getraut  hier zu posten.

Das Argument der Verwechslung halte ich für  wenig stichhaltig, war die letzten Jahre ja auch keins. Ich bin gerne  bereit künftig Psychographie (Naturellkunde) zu schreiben, dann ist es  hinfällig.

Mein Fazit: auch entgegen einer vielleich stimmigen  theoretischen Einordnung halte ich es momentan für besser den  Psychographiebegriff zu behalten, um das Thema nicht auf ein  Abstellgleis zu fahren. Manchmal heiligt eben der Zweck die Mittel.

Es grüßt Euch Angela aus Hamburg, psychographie-begeistert ...

angela (ST)

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A7   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? werner - 14.12.2015 14:15 

Zitat:

Ich  bin nachdem ich mir ausgiebig Werners und Günther Hillers einleuchtende  Standpunkte ins Hirn genommen habe, trotzdem noch gegen die  Namensänderung in ""Naturellkunde".

 


Hallo Angela,

danke, dass du dich hier äußerst :)

Ich respektiere die Bedenken gegen eine Umbenennung des Vereins und bin froh, dass wir mit dem Verein eine demokratische Basis haben. Das ist ja im individuellen Arbeiten anders, ich kann mein Modell benennen wie ich möchte und jeder, der die Erkenntnisse von Friedman oder mir nutzt, darf die Palette der Möglichkeiten nutzen oder eigene Bezeichnungen mit seinen Klienten suchen, wenn sie besser funktionieren.

Wie Petra geschrieben hat: es sind ja nicht die Etiketten, die über die Wirkung bestimmen, sondern der Inhalt. Und wenn bei dir, Angela, der Psychographie-Begriff gut funktioniert, spricht wirklich nichts dagegen, ihn weiter zu benutzen. Auch Psychographie81 ist ja nicht mehr geschützt und frei für jedermanns Benutzung.

Mir geht es im Antrag nur um den Vereinsnamen. Und da ist die Verwechslungsgefahr gerade im Internet einfach groß. Wir haben z.B. regelmäßig Anmeldungen für den Tipp der Woche oder den Newsletter, weil Leute meinen, es handele sich um das Marketinginstrument "Psychographie" - die bestellen es dann nach dem ersten Mal gleich wieder ab, weil sie den Irrtum bemerken (und ich habe die Arbeit damit, weil ich es von Hand ein- und austrage). Auch mit den Büchern hatte ich dieses Problem schon. Oder dass Akademiker meinen, endlich hätte jemand Gordon Allport wieder aufleben lassen.

Deshalb bitte ich doch darum, zwischen den Interessen "aller", auch der künftigen Kollegen und Kolleginnen, und den individuellen, zu unterscheiden. Es mag für einzelne durchaus ein Opfer bedeuten, auf ihren Flyern oder auf der Internetseite den Vereinsnamen zu ändern, aber nur weil wir vor 16 Jahren nicht gemerkt haben, dass wir in eine sprachliche Sackgasse laufen, brauchen wir es nicht nochmal 16 oder 60 Jahre lang tun ...

Zum "Klang" der Namen sind wir einfach verschiedener Meinung, wir haben das ja schon telefonisch besprochen. Du darfst dich dann auch gerne "Sachverständige für Naturellkunde" nennen :) - auch Naturellanalytiker/in klingt für mich durchaus professionell, aber Kommunikation ist ja bekanntlich das, was ankommt.

Werner

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A8   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? werner - 14.12.2015 14:21 

Zitat:

eben ging mein laaanger Beitrag irgendwie flöten, nun also noch einmal, kürzer.


Dazu noch:

Das Forum-Programm ist anfällig, wenn man lange Beiträge schreibt.

Entweder vorher im Word schreiben und einkopieren oder vor dem

Posten zur Sicherheit kopieren. Ist mir auch schon passiert.

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A9   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? angela - 14.12.2015 19:00 

angela (ST)

Lieber Werner,

es geht mir nicht darum,  mich profilneurotisch (oder typisch ST ;-) ) um einen angesehenen Titel  zu bemühen. Weder habe ich mich oder hat jemand mich bisher  "Psychograph" genannt. Gerade im Sinne zukünftiger Kollegen und  Kolleginnen, die eventuell mal eine Ausbildung machen wollen, reizt der  "Klang" wie Du es nennst, in dem wir verschiedener Meinung sind, meinem  Empfinden nach keinen Coach, Therapeuten oder Berater etc. der jüngeren  Generation oder des Nordens, oder woran immer es liegt, dass  "Naturellkunde " in meinem Dunstkreis nicht ankommt.

Ich möchte  gerne noch das Bekanntwerden der Psychographie erleben und nicht das  Abdriften in einen Seitenarm unter "ferner liefen". Sofort bin ich  bereit, alle flyer, Seiten etc., meinen Sprachgebrauch und alles  Mögliche zu ändern, für einen Namen, hinter dem ich stehe. Also bei  Egoismus und fehlender Weitsicht fühle ich mich nicht angesprochen. Als  psychographisches Du erlaube ich mir nun, in meine Ressource zu gehen  und mich dafür bei der Abstimmung zu entscheiden, was MICH überzeugt.  Als Gegenwartsorientierte würde ich momentan gerne beim gegenwärtigen  Namen bleiben, was mir mein "Fühler" eindeutig zu verstehen gibt. Falls  Du (Ihr) es im hintersten Winkel nicht als fachlich korrekt betrachtet,  so haben sich in meinem Leben Entscheidunger "wider die Vernunft"  (vielleicht im "vierten " Bereich?) häufig später als goldrichtig  herausgestellt. Ich stimme ja aber auch nur für mich ab. Gerne möchte  ich überzeugt werden, doch nicht gerne überredet.

Mir ist es  lieber, mal eine Unklarheit oder einen Irrtum bei einer ganz speziellen  Nachfrage (hatte ich bisher so noch nie) zu klären, als dass es die  Psychographie als Naturellkunde nur noch in einer verstaubten Ecke geben  wird. Momentan halte ich es deshalb für nicht klug, den Namen zu  ändern. Wird einer gefunden, der nicht so verstaubt klingt, werde ich  mich dann auch gern umbenennen.

Da ich anscheinend wohl fast die  Einzige hier im Forum  mit Einspruch bin, das Nordlicht, bleibt mir  trotzdem wohlgesonnen, liebe Grüße von Angela

 

angela (ST)

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A10   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? petrar. - 14.12.2015 20:06 

Nun möchte ich mich als 2 Vorsitzende des Psychographie Vereins auch zu Debatte äußern:

1. Das Wort Naturell finde ich toll und benutze es sehr gerne

 

2. Den Verein würde ich NICHT umbenennen, warum erläutere ich unten.

 

3. Wir sollten gemeinsam über einen Vereinsnamen nachdenken bevor wir so einen Schnellschuss machen. Es kann sein, dass niemand eine Idee hat oder sich äußert, aber zu mindestens hatten wir die Möglichkeit.

 

- Das Wort Naturellkunde klingt nicht professionell und auf keinen Fall Zeitgemäß. Wenn wir irgendwie den Fuß in den Business Bereich bekommen wollen, werden wir mit diesem Wort nicht ernst genommen, sondern belächelt.

- Wir sind der Verein der die Psychographie fördern möchte, also auch bekannt machen, dies würde man dem neuen Namen schwer werden.

- Das das Wort Psychographie unsere Arbeit nicht richtig beschriebt, mag stimmen – aber wieviel Prozent der Nutzer machen sich darüber Gedanken?

Das das Wort Naturell-Kunde es evtl. besser beschreibt, mag auch stimmen, aber es birgt auch Gefahren. Das Wort Naturell wird vielfach benutzt. Für die Wesensart von Tieren, Bewohnern von Ländern (z.B. das deutsch Naturell) oder vielen andren Bereichen. Es wir benutzt wenn man in Kürze die Persönlichkeit beschreiben möchte z.B. er hat ein rechtsextremes Naturell oder ein gutmütiges Naturell.

- Jede Typologie ist eine Naturellkunde. Wie grenzen wir uns von den Andren ab? Denn alle beschreiben, die Wesensarten eines Menschen. Egal ob das DISK Modell oder Enneagramm oder das Horoskop.

- Wenn ich schon in der Eso-Ecke bin, dort wird das Wort verwendet. Alles was irgendwie mit Heilkunde zu tun hat verwendet das Wort häufiger. Somit richten wir uns in eine falsche Richtung aus.

- Google korrigiert das Wort Naturellkunde in „meinten Sie Naturheilkunde“. Wenn man nur „Natur“ eintippt bekommt man die meisten Links auf Mineral-Wässer. Die Suchmaschinen im Internet sind heutzutage wichtige Bestandteile unseres Lebens. Wenn wir dort nicht gefunden werden, weil das Wort Naturell zuviele andere Treffer hat, gehen wir unter.

- Ich gebe „Buchfrau“ recht, dass es auf den Inhalt nicht die Verpackung ankommt. Dies trifft aber nur zu wenn wir persönlich mit dem Modell bekannt gemacht wurden. Bei einer sogenannten Kaltakquise kommt es sehr wohl auf die Verpackung an. Seien wir mal ehrlich, wenn wir im Supermarkt einen Wein mitnehmen tun wir dies nach dem Etikett. Nur wenn wir einen Wein schon kennen oder er uns empfohlen wurde nehmen wir eine Falsche mit hausbackenem Etikett.

- wie sollen die Typberater sich in Zukunft nennen? Naturellkundler????? hört sich nach Vogelkunde an. Oder wenn man es genau nimmt, das man sich innerhalb der verschiedenen Typologien auf dem Markt auskennt.

- Innerhalb der letzten Jahre hat Werner schon öfters die Begrifflichkeiten geändert, z.B den Sachtypen zum Temporiker gemacht. Jedes mal erkläre ich meinen Klienten die neuen Broschüren/Bücher. Das Wort Psychographie wird demnächst ganz daraus verschwinden, dies ist natürlich Werners Recht als Autor. Damit verschwindet aber auch unsere Einmaligkeit. Werner nennt das Wort Psychographie eine Sackgasse, ich vermute dies ist das Wort Naturellkunde auch, aber aus anderen Gründen. Weil wir zwar besser beschreiben was wir tun, damit aber beliebig geworden sind und nicht mehr klar umrissen.

- Günter Hiller hat in seiner langen Ausführung mit vielen Dingen Recht, aber dazu muss man sich auf die tiefste sprachliche und gedankliche Ebene begeben, dies tun nicht viele Nutzer, sondern schauen auf das Etikett. Wenn wir politische Wahlen als Beispiel nehmen, haben die meiste Wähler sicherlich nicht das Parteiprogramm gelesen. Sondern sie schauen beim Fernsehduell wer die schönere Krawatte oder Halskette trägt. So sind die Menschen - alle drei Typen. Es liegt im Naturell der Menschen es sich einfach zu machen und der Herde zu folgen (jeder auf seine typische Art). Dies hat nicht nur Sigmund Freud erkannt, sondern viele seiner Nachfolger. Werner hat die Psychographie weiter entwickelt und viel Arbeit investiert und möchte sich von Friedmann abgrenzen, etwas Eigenes erschaffen, dies verstehe ich. Aber ist so ein kindlicher Name dazu der richtige Weg?

- Das Wort Naturell zweifele ich nicht an, sondern ob Naturellkunde zukunftsgerichtet ist, wenn man über die Wortklauberei hinaus schaut und die neuen Medien berücksichtigt sowie viele Stolperfallen außerhalb des Vereins.

Abschließend ist mein Plädoyier die Umbenennung nicht nur mit ja oder nein abzustimmen, sondern auch mit einem vielleicht  :-) nämlich zu überlegen ob es einen besseren Namen gibt.

Das heißt, wer meint der Verein könnte umbenannt werden, aber mit beiden Namen nicht ganz glücklich ist, könnte dies, durch ein Nein kundtun und es in der E-Mail als Wunsch ausdrücken.

Alle die bereits ihre Stimme delegiert haben können sich dies noch mal überlegen und schriftlich evtl. der dritten Möglichkeit ihre Stimme geben.

Alle Mitglieder die sich an der Abstimmung beteiligen wollen, aber nicht selber teilnehmen können, bitte ich mir eine E-Mail zu schreiben, damit anderer Anwesende und ich sie vertreten können.

Liebe Grüße

 

Petra Rupp

 

St/Denker/Du/GW

 

 

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A11   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? werner - 14.12.2015 21:37 
zuletzt editiert: 14.12.2015 22:07

@ Angela/Petra: Nochmal: es geht nur um den Vereinsnamen in meinem Antrag. Ich finde es nicht fair, mir ständig das Wort im Mund herum zu drehen und so zu tun, als würde ich alle verpflichten oder überreden wollen, ihren ganzen Sprachgebrauch zu ändern.

Und was meinen Wunsch anbelangt, mein Modell von dem Friedmanns abzugrenzen: das ist doch völlig nachvollziehbar, da er (2003) sein Modell mit meinem für nicht kompatibel erklärt hat. Wir hätten schon damals den Verein umbenennen sollen, insofern gebe ich den kritischen Stimmen recht: ich habe das verschlafen. Trotzdem erlaube ich mir den Hinweis, dass ich schon 2012 hier im Forum das Thema "Psychographie = Naturellkunde?" zur Diskussion gestellt habe; seitdem benutze ich es auch bei verschiedenen Gelegenheiten:

Psychographie=Naturellkunde? - 21.11.2012

Stellt euch mal vor, Friedmann hätte sein Modell 1990 nicht Psychographie, sondern Psychoanalyse genannt und es hätte einen Verein gegeben, der sich "Psychoanalyse-Initiative" genannt hätte, weil die Gründer dachten, es sei ein neuer und unbelegter Begriff. Jeder hätte irgendwann verstanden, dass das nicht geht und es einen anderen Vereinsnamen (und Modellnamen) braucht, um die Leute nicht zu verwirren, nachdem ihnen der Fehler klar geworden ist.

Einen Fehler macht man aber nicht dadurch ungeschehen, dass man ihn ignoriert, verleugnet oder umdeutet. Und was den Begriff "Psychographie" betrifft ist nunmal die gültige Norm für die allgemeingültige Bedeutung nicht Wikipedia (den Artikel dort hat ein gutmeinendes Vereinsmitglied geschrieben und dafür einen Text von mir übernommen) oder das Google-Ranking (das entsteht einfach dadurch, dass der Begriff auf vielen unserer und meiner Seiten auftaucht), sondern (siehe unten) der Duden und die fachlich-psychologischen Wörterbücher.

Wir (und damit meine ich Friedmann und alle seine Schüler) haben inzwischen 25 Jahre versucht, den Begriff in unserem Sinne zu deuten, was nicht funktioniert hat. Und da gilt für mich die Regel: wenn etwas nicht funktioniert, höre damit auf und versuche etwas anderes.

Gerne ziehe ich meinen Antrag zurück und wir blasen die MGV ab, wenn jemand einen besseren Vorschlag bringt, der meine Argumente aufnimmt.

Die Auflistung unten hatte ich im ursprünglichen Thread schon mal geschrieben, aber da es jetzt den neuen gibt, stelle ich es hier nochmal ein - der Vollständigkeit halber.

****

Hier nochmal einige Belege aus dem Internet, wie  missverständlich der Begriff "Psychographie" verwendet wird (für  diejenigen, die denken, es wäre eine gute Idee, weiter an ihm  festzuhalten)

 

1. Wikipedia:

Psychografie

Dieser  Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen  (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben  werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der  Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.  Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der  Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese  Warnmarkierung.

Psychografie  ist die umfassende Beschreibung des Seelenzustandes (psyche Seele)  eines Individuums, die zur Bewertungen desselben dient – nicht zu  verwechseln ist der Begriff mit der Psychografie im Spiritismus, die  Tätigkeit eines Schreibmedium (Psychograf) beschreibt.

 

2. Duden:

Psychographie: Bedeutungsübersicht

umfassende psychologische Beschreibung einer Person und Erfassung ihrer psychischen und geistigen Einzeldaten

 

3. Spektrum.de

Psychographie

Psychographie,  "Seelenbeschreibung", möglichst vollständige Beschreibung der  Persönlichkeit, Fähigkeiten und Charakterzüge einer Person anhand aller  vorliegender Daten (persönliche Äußerungen dieser Person, biographische  Daten, Verhaltensbeobachtungen, Testergebnisse) in einer übersichtlichen  (graphischen) Zusammenstellung (Psychogramm).

 

4. Dorsch, Lexikon der Psychologie

Psychographie

(=  P.) [engl. psychogram; gr. ψυχή (psyche) Seele, Hauch, γράφειν  (graphein) schreiben; wörtl. Seelenschreibung], [PER], als direkter  Abkömmling der Differentiellen Ps. (Differentielle Psychologie) geht die  P. davon aus, dass das Individuum in seinem Aufbau, seiner Struktur,  seinen charakterlichen Werten wie auch in seinen Radikalen usw. durch  Maßzahlen (Bewertungen) in einem Psychogramm deutlich gemacht werden  kann.

 I.Allg.  werden in einem solchen Schema die grundlegenden biol. Fakten  (Vitalität, Körperbauform, Gesundheitsstand), die Faktoren Intelligenz,  Temperament, Fähigkeiten, Fertigkeiten aufgenommen, d.h. die Frage, wie  die aufgenommenen Variablen zueinander in ihren Ausprägungen stehen, und  ferner die Bedeutung der Schätzung mit dem damit verbundenen  Hof-Effekt. Allerdings bleiben eine Reihe von Eigenschaften  unberücksichtigt.

 

 

5. Wirtschaftslexikon24.de

Psychographie

Forschung  in bezug auf die psychologischen Eigenschaften von Individuengruppen,  die den Entscheidungsprozeß und Glas Kaufverhalten beeinflussen  (können).

Auch  hier:  http://www.tns-infratest.com/presse/presseinformation.asp?prID=689  "Psychografie – eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche  Marketingstrategien

 

6. Wiktionary:

„Bahnbrechend wurde dann Arnold Künzlis "Psychographie" über Karl Marx, die Mitte der sechziger Jahre erschien.“

(vergleichbar dem Buchtitel von Simone de Beauvoir "Psychographie einer Intellektuellen")

 

7. Universallexikon:

Psychographie

die,  -/...'phi |en, die psychologische Beschreibung einer Person unter  Heranziehung aller erreichbaren Daten (eigene Äußerungen, Tests,  Verhaltensbeobachtung) mit dem Ziel, ein strukturiertes Gesamtbild der  Persönlichkeit zu erstellen (unter Einbeziehung ihrer Krankengeschichte  als Pathographie bezeichnet). Die übersichtliche Darstellung von  Persönlichkeitsvariablen (z. B. Temperament, Vitalität, Intelligenz) in  ihrem Verhältnis durch Maßzahlen erfolgt in einem Psychogramm. - In  Okkultismus und Parapsychologie wird unter Psychographie die Produktion  unterbewusster Inhalte durch psychischen Automatismus verstanden.

 

8. Im "Buch der Medien", einem Lehrwerk über die Beschwörung von Geistern:

http://www.spiritismus.net/inhalt_das_buch_der_medien.html

Kapitel XIII:  Psychographie

·     Indirekte Psychographie: Körbchen und Brettchen

·      Direkte oder manuelle Psychographie

 

9. Ebenso auf der Webseite eines "Zentrums spiritistischer Studien":

"Chico  Xavier gab an, schon in seiner Kindheit Kontakt zu Geistern gehabt zu  haben. Nachdem er mit den Lehren Allan Kardecs in Berührung gekommen  war, veröffentlichte Chico Xavier zahlreiche Bücher, deren Inhalt ihm  angeblich von Geistern eingegeben wurde (Psychographie)"

 

10. Drei zufällig ausgewählte Wortverwendungen auf

http://www.owid.de/artikel/77188 - keine davon befasst sich mit unserem Thema

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A12   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? petrar. - 14.12.2015 22:19 

@Werner, mein Eindruck ist,wir reden aneinander vorbei. Dir geht es um Begrifflichkeiten und mir (vermute auch Angela) um die Praktikabilität. Ich hänge mich nicht an dem Wort Psychographie auf und empfinde es auch nicht als so wichtig was in Lexikas steht. Wer sich für das Modell interessiert, landet eh bei dir und dort wird es richtig erklärt.

Quote“…..inzwischen 25 Jahre versucht, den Begriff in unserem Sinne zu deuten“ Wozu deuten, warum nicht einfach praktisch damit weiter arbeiten? Die CDU dürfte bei vielen Aussagen auch das Wort „christlich“ nicht mehr in ihrem Namen tragen. Manchmal passen eben nicht alle Aspekte auf einen Begriff. Dies wäre bei dem Wort Naturellkunde auch nicht anders.

Quote „...Petra: Nochmal: es geht nur um den Vereinsnamen in meinem Antrag. Ich finde es nicht fair, mir ständig das Wort im Mund herum zu drehen und so zu tun, als würde ich alle verpflichten oder überreden wollen, ihren ganzen Sprachgebrauch zu ändern.“Dies habe ich auch nicht behauptet, da du der Autor der Broschüren bist, wird der Sprachgebrauch sich zwangsläufig ändern. Wieso sollten wir den Vereinsnamen ändern wenn dann alles beim Alten bleibt????

Es gibt ja nicht nur den Weg Psychographie oder Naturellkunde, sondern auch noch den demokratischen Weg die Mitglieder zu befragen welche Optionen sie noch sehen. Dies kann man nicht über das Knie brechen und evtl. brauchen wir dazu sogar professionelle Hilfe bei so einem weittragenden Schritt.

Mir ist wichtig, dass alle 3 Typen mit dem Wort leben können, dies bezweifele ich, deswegen sollten wir mehr als nur 2 Optionen haben.

Liebe Grüße

Petra Rupp

St/Denker/Du/GW

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A13   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? petrar. - 14.12.2015 22:53 

Einen wichtigen Punkt haben wir bisher noch nicht bedacht. Was ist wenn sich andere Personen auch des Wortes Naturellkunde bedienen? So wie es ja auch Allport mit dem Wort Psychographie erging? Sich den Namen schützen zu lassen geht wahrscheinlich nicht, da das Wort Naturell zu weitläufig beschreibend ist. Also kann uns passieren, dass wir in Zukunft in einem Topf geworfen werden mit Anderen die das Wort Naturell gut finden und es großzügig publizieren. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt, wer sich sonst so von dem Wort beflügelt fühlt. Vor allem in der Heilkunde und New Age Bewegung.

Petra Rupp

St/Denker/Du/GW

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A14   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? werner - 15.12.2015 06:53 

@ PetraR: Danke für deine sachlichen Fragen.

- wer ein Wort zuerst benutzt und damit publiziert, hat gewisse Rechte und natürlich einen zeitlichen Vorsprung; verhindern lässt sich das, was du befürchtest, natürlich nie ganz - aber warum sollte jemand das tun? Zudem wird der Begriff (s. mein letztes Posting) schon seit 2012 benutzt und niemand hat es nachgemacht. Auch bei Google erscheinen unter "Naturellkunde" nur unsere Sachen

- Demokratie: es ist ein demokratischer Weg, wenn der 1. Vorsitzende etwas beantragt, darüber zur Diskussion auffordert und dann abgestimmt wird; sogar, dass fünf oder sechs Mitglieder, die nicht mit der Namensänderung einverstanden sind, den ganzen Antrag ablehnen, sieht unsere demokratische Satzung vor. Es sind seit 2012 keine alternativen Ideen aufgetaucht, was doch vielleicht ein Argument ist, dass es derzeit keinen passenderen Begriff gibt.

- in den Broschüren und auf vielen Webseiten benutze ich den Begriff Naturell und auch Naturellkunde schon, bisher hat sich niemand deshalb beschwert; den Verein habe ich immer so benannt, wie er heißt; und es steht dir natürlich frei, eine vereinseigene Broschüre zu entwickeln und drucken zu lassen, in der die "alten" Begrifflichkeiten oder die "alten" Landkarten verwendet werden.

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A15   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? webmaster - 15.12.2015 13:06 

Eberhard Reinacher hat mich gebeten, folgenden Beitrag in die Diskussion einzubringen:

»Verein zur Förderung der Naturellkunde e. V.”«

Ein Vorschlag:

"Verein zur Entwicklung des Naturell-Trainings"

m.E. weniger esoterisch und stärker praxisorientiert

Entwicklung beinhaltet eine Eigen-Aktivität,

Förderung ist in der Sache eher passiv, überlässt das Thema anderen, die es fördert 

Entwicklung beinhaltet m.E. Forschung und angewandte Forschung (Anwendung)

Training setzt einen Schwerpunkt auf Anwendung, erfasst sowohl die Entwicklung des Naturells der Klienten als auch die Ausbildung ihrer Berater in Sachen Naturell.

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A16   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? holk - 15.12.2015 14:11 

Bei der Benennung des Modells gilt die Eigeninitiative: Ein Autor kann in seinen Veröffentlichungen seine Ideen und Modelle benennen, wie er will (sofern er keine bestehenden Rechte verletzt). Wenn Werner in seinen Veröffentlichungen das Modell nun Naturellkunde nennt, dann macht er das eben. Er baut ja vor allem auf seinen persönlichen Erfahrungen und Intentionen auf.

Sich von Friedmanns Psychographie (und anderen Bedeutungen des Wortes Psychographie) begrifflich abzugrenzen, kann ich unterstützen. Ob das zuerst über den Vereinsnamen geschehen muss, bin ich nicht sicher. Zumindest sollten wir uns die Zeit nehmen, das gründlich zu diskutieren, was ja nun geschieht.

Ich wünsche mir auch weitere Vorschläge, damit wir Unterschiede in den Bedeutungen (auch zwischen den Worten) wahrnehmen können.

Holger (ST)

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A17   Konkreter Alternativvorschlag holk - 15.12.2015 14:13 

»Gesellschaft zur Förderung der Naturellkunde e.V.« 

klingt schon mal nicht mehr nach Vereinsmeierei.

Das würde ich gegenüber dem bestehenden Änderungsvorschlag bevorzugen. 

 

Sucht bitte weitere Alternativen, damit wir mehr Auswahl haben, über die wie diskutieren können.

Holger (ST)

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A18   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? petrar. - 15.12.2015 14:44 
@ Herr Reinacher, vielen Dank für den tollen Vorschlag. Verein zur Entwicklung des Naturell-Trainings hört sich schon sehr viel dynamischer an als Naturellkunde.

Man könnte auch direkt von Naturell-Entwicklung sprechen, anstatt von Kunde. Den die Psychographie möchte nicht nur feststellen was ist: „das Naturell eines Menschen“, sondern auch wie man sich entwickelt oder in seine Ressource geht. Beim Training muss man sich fragen, bietet der Verein ein Training an, oder ist damit das tägliche Training gemeint sich mit seinem Naturell und dessen Entwicklung, auseinander zu setzen.

Die Wörter laufen nicht so schnell Gefahr in einer falschen Ecke gesehen zu werden.

@ Werner, auch wenn du diesen Begriff schon seit 2012 verwendest, bin ich nicht auf die Idee gekommen gleich den Verein umzubenennen deswegen. Als dein Vorschlag kam vor einigen Wochen war ich überrascht und nicht begeistert. Bis dies bei einem Sachtypen zum Ausdruck kommt dauert eine Weile..

Bei so einer Aktion sollten wir auch wieder die Unterschiedlichkeit der Mitglieder betrachten. Sachtypen brauchen etwas länger bis sie sich äußern. Gegenwartsorientierte machen meistens die Dinge erst auf den letzten Drücker. Der Handlungstyp ist zu beschäftigt, um sich rechtzeitig zu kümmern. Was ich damit sagen will, wir sollten die Unterschiedlichkeit der Typen auch bei der Umbenennung des Vereins berücksichtigen und nicht nur darüber dozieren. Also dieser wichtigen Sache Zeit und Raum geben.

Auch glaube ich nicht, dass unser Verein das Budget hätte in einen Rechtsstreit zu gehen wenn ein großer Verein oder eine Firma das Wort Naturellkunde auch für sich benutzen möchte. Auch wenn der Begriff heute noch nicht anders belegt ist kann dies noch kommen. Allgemeine Begriffe kann man nicht schützen  -Gott sei Dank.

Petra Rupp

St/Denker/Du/GW

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A19   RE: Wie soll unser Verein künftig heißen? werner - 16.12.2015 07:28 
zuletzt editiert: 16.12.2015 07:40

Ich möchte daran erinnern, dass die Vereinsziele nicht geändert würden durch eine Namensänderung. Wir können also nicht plötzlich zu einem Trainingsinstitut werden (was ja trotzdem von jemand gegründet werden könnte, da nach Kenntnisnahme und Anlayse häufig der Bedarf auftaucht, die naturellbedingt vernachlässigten Seiten auszugleichen.

"Gesellschaft" klingt für mich veraltet (die "Psychoanalytische Gesellschaft" z.B. ist ca. 100 Jahre alt), zudem entsteht bei mir die Assoziation von einem Altherrenclub von reichen Gönnern, die sich irgendwo an einem See in dunklen Anzügen treffen und Zigarren rauchen.

Und was nunmal auch die Realität ist: nur sehr wenige Mitglieder sind aktiv, kaum jemand verdient größere Beträge mit unserem Thema. Mitglieder sind zumeist Mitglied aus Dankbarkeit für die gewonnenen Erkenntnisse und weil sie ihren kleinen Beitrag leisten wollen, das Thema am Leben zu erhalten und zu fördern. Wir betreiben vom Verein aus kein großartiges Marketing, bieten keine Ausbildungen an oder initiieren Forschung in größerem Stil.

Insofern wäre es letztlich egal, wie der Verein heißt - wären da nicht die unseligen Wortmehrdeutigkeiten, die (aus meiner Sicht klar erkennbaren) negativen Assoziationen zu den "Psycho-Begriffen" und die rein faktisch-sachlichen Argumente, die Günter Hiller nochmal so detailliert aufgelistet hat.

Und Holger hat völlig recht, wenn er schreibt, dass ich als der Modellentwickler (wie Friedmann auch) jederzeit einen Namen für mein "Produkt" aussuchen darf. Insofern ist es wohl tatsächlich die Frage, ob der Verein mir hier folgen möchte oder nicht. In der Politik würde man es wohl als "Vertrauensfrage" bezeichnen, wenn ein Sachvorschlag mit einem Personalthema zusammen abgestimmt wird (beim Kanzler). Es ist schlichtweg so, dass ich nicht länger als nötig Vorsitzender eines Vereins sein möchte, der aus meiner Sicht missverständlich und unklar benannt ist. Die große Mehrheit für meinen Antrag auf der letzten MGV habe ich so verstanden, dass meine Argumente nachvollziehbar sind und gehört wurden. Deshalb bin ich auch wieder angetreten. 

Wenn die aktiven Mitglieder anders denken und lieber weiter unter der Flagge "Psychographie" segeln möchten, werde ich nicht mehr Kapitän sein wollen, dann muss auch ein neuer Kapitän gewählt werden auf der übernächsten Mitgliederversammlung. Soviel Beziehungstyp darf ich auch sein, wenn du PetraR., jetzt dafür appellierst, die Unterschiede zu respektieren. Für mich ist es eine persönliche Angelegenheit, auch wenn ich mich bemühe, die sachlichen Dinge verständlich darzulegen. Mein Name und meine Arbeit ist eng mit dem Verein verbunden, ich habe ihn maßgeblich initiiert (Friedmann war nie Mitglied übrigens, er hat sich gleich zu Beginn aus fast allen Aktivitäten herausgehalten) und über Jahre als 1. Vorsitzender geführt.

Was den Wunsch betrifft, den künftigen Namen "offen" zu diskutieren: das ginge fairerweise nur dann, wenn alle aktiven oder interessierten Mitglieder in einem Raum wären und zwar so lange, dass für jeden genügend Zeit wäre, alle Vorschläge zu bedenken. Diese Möglichkeit haben wir einfach nicht und deshalb gibt es ja einen Vorstand und Mitgliederversammlungen als Organe des Vereins. Die Mitgliederversammlung hat sich auf der letzten Sitzung mit großer Mehrheit (2/3) für die Namensänderung ausgesprochen, der Vorstand hat (einstimmig!) dafür gestimmt, nochmal einzuladen und ausführlicher zu informieren, dass Stimmen delegiert werden können und dass ausschließlich mein Namensvorschlag zur Abstimmung steht.

Das ist Stand der Dinge und ich sehe momentan keinen ausreichenden Grund, von dieser Vorgehensweise abzuweichen (wie gesagt: es sein denn, es kommt ein wirklich genialer Vorschlag, der sämtliche Bedenken beiseite wischt UND die von mir und Günter formulierten Schwierigkeiten löst und die ja scheinbar 2/3 der mitstimmenden Mitglieder beim letzten Mal nachvollziehbar fanden - auch sie müssen berücksichtigt werden, selbst wenn sie hier jetzt nicht alle schreiben).

 

 

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A20   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? petrar. - 18.12.2015 10:19 
In einer Kollegenrunde (Therapeuten) habe ich gefragt was sie denken/vermuten wenn sie den Begriff Naturellkunde hören:

- es geht um das Temperament eines Menschen, um den Charakter der nicht veränderbar ist. In dieser Richtung waren die meisten antworten, vor allen die nicht Veränderbarkeit stand im Vordergrund.  - So bist du halt und kannst es nicht ändern. Das Naturell wurde als die Seele gesehen und der Körper als die Natur.

Das nächste was ich dann einwarf war, es gehe um eine Typologie, die Psychographie diese soll umbenannt werden was haltet ihr davon. Obwohl die meisten der Gruppe die PG mittlerweile nicht mehr kennen, fanden sie es sehr befremdlich von einen eindeutigen Begriff der sich nach etwas anhört zu so einen alltäglich Begriff zu wechseln.

Hier eine Sammlung des gesagten:

- hört sich nach wischi waschi an
- Anthroposophisch
- nach Bild der Frau - gehobener Strickkreis
- gewollt eingedeutscht - nach drittem Reich - Rasse
- nicht seriös
- Wellness Psychologie

Insgesamt waren die Kollegen der Meinung, dass Naturell ein sehr veralteter Begriff ist und heute kaum noch Verwendung findet. Vor allem bei jungen Menschen nicht. Sie hätten den Begriff in die 50er 60er Jahre gesteckt, während Psychographie sich nach Ende 80er Jahre anhört.

Das gesagte habe ich erst mal nicht kommentiert, sondern nur notiert und hinterher auch noch mal gefragt ob meine Frage neutral war oder ob irgendwie beeinflusst hätte. Sie bestätigten mir die Neutralität. Natürlich ist dies ein Kreis von Therapeuten die mit dem Psycho Wort kein Problem haben. Für mich wieder die Bestätigung, dass wir uns mit einer Umbenennung ins Knie schießen.


Petra Rupp

St/Denker/Du/GW

 

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A21   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? torsten - 20.12.2015 17:33 

Als neues Mitglied des Vereins möchte ich mich auch zur Diskussion äußern. Ich bin vor etwa einem Jahr auf die Psychographie aufmerksam geworden und zwar durch einen VHS-Vortrag, der sich konkret auf die Winklersche Variante bezogen hat. Über eigene Suchen im Internet bin ich dann auf die Problematik der verschiedenen Verwendungen gestoßen, hatte aber recht schnell einen Überblick und war problemlos in der Lage die Unterschiede der beiden im wesentlichen verwendeten Richtungen zu erkennen und mir eine eigene Meinung zu bilden. Ich glaube daher nicht, dass die weiteren Verwendungen neben Friedmann und Winkler eine wesentliche Rolle beim aktuellen  "Finden" im Internet einnehmen. Daher sind mir die verschiedenen von Werner aufgeführten Belege ein wenig zu theoretisch.

Mein erster Gedanke beim ersten Lesen des Änderungsantrags ging in die Richtung Naturellkunde = Bioladen, Ökoecke, Esoterik. Dieser Name klingt für mich nicht modern und Interesse-weckend und ich stimme Petra und ihren Kollegen eindeutig zu.

Anderseits kann ich auch Werner verstehen, der eine Abgrenzung zu Friedmann wünscht. Von der Herleitung erfüllt "Naturellkunde" ganz sicher auch alle theoretischen Betrachtungen. Ich halte die Bezeichnung aber nicht für zielführend im Sinne einer weiteren Verbreitung des Modells, weil es m.E.  Den Durchschnittsinteressenten abschreckt. Wir brauchen hier ein Alleinstellungsmerkmal und das auch schon im Namen, weil der -auch wenn er nur den Verein repräsentiert- den Einstieg darstellt. Mit dem Film wollen wir genau in diese Richtung gehen- Ein moderner und bunter Eye-Catcher für die modernen Medien und auch den Interessenten, der wie ich das Modell nicht professionell sondern nur für den Eigenbedarf verwendet.

Aus meiner Sicht würde der Begriff "Psychographie81" genau diesen Zweck erfüllen. Er führt weiterhin den alten Namen und kombiniert dies mit einer Zahl, welche die Typenzahl darstellt. Das schafft Interesse und jeder denkt als erstes "Was genau bedeutet diese Zahl?". Damit kommen die Leute auf unsere Seite. Darüber hinaus taucht der Begriff oft gemeinsam mit dem Copyright-Zeichen auf, was wiederum eine gewisse Wertigkeit darstellt.

Warum also nicht diesen Begriff im Vereinsnamen und als zukünftige "Leitüberschrift" verwenden?

-> Verein zur Förderung des Modells der Psychographie81 e.V.

-> Initiative der Psychographie81 e.V.

 ...

Ja, meine Meinungsäußerung betont eher die Marketingaspekte. Ich denke aber auch, dass ein größerer Bekanntheitsgrad dazu führt, dass Menschen viel früher damit in Kontakt kommen. Und das sollte ein wichtiges Ziel des Vereins sein...

 

Wenn ich im Bekanntenkreis (keine Psychologen, sondern alle möglichen Berufsgruppen) das Thema Psychographie anspreche, haben einige Menschen sofort den Bezug zur Dreifarbenwelt parat. "Ach du meinst das mit Rot, gelb, blau?" . Hier haben wir auch einen Anker geschaffen, der sich zur Bekanntheitssteigerung nutzen lässt. Jedoch eher nicht im Namen. Die neue Webseite sollte aber die optischen Möglichkeiten präsent nutzen.

 

Auf keinen Fall sollte die Namensdiskussion zu einem Bruch zwischen Werner und dem Verein führen. Dann tatsächlich lieber nochmal einen Aufruf zur Einreichung weiterer Vorschläge starten...

 

Torsten (Sachtyp, Macher, Ich, Zukunft)

 

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A22   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? werner - 20.12.2015 17:49 

Danke für deinen Input, Torsten - auch wenn ich ihn vom Ergebnis her nicht teile. Mein Ziel ist tatsächlich, den Psychographie-Begriff aus den genannten zahlreichen Gründen aus dem Vereinsnamen und der Verwendung in der nicht-fachlichen Öffentlichkeit zu verbannen.

In den letzten Tagen kam ein neuer Vorschlag auf, den ich hiermit auch öffentlich im Forum teilen und zur Diskussion freigeben möchte (wobei ich dazu sagen will, dass ich schon zahlreiche positive Meinungen dazu gehört habe - auch gerade von jenen, die bisher kritisch mit "Naturellkunde" waren): Ähnlich wie es bei Naturkunde auch die Naturwissenschaft als Begriff gibt und einen moderneren, aufgeklärten, also wissenschaftlichen Umgang mit dem Thema "Natur" bezeichnet, wäre vielleicht der Begriff "Naturellwissenschaft" besser als "Naturellkunde" geeignet, unser Fachgebiet klar zu benennen und auch alleinstellend (hier gehe ich mit dir einig, Torsten) gegen andere Theorien abzugrenzen.

Der Verein könnte dann z.B. "Initiative zur Förderung der Naturellwissenschaft e.V." heißen und so zeigen, dass wir daran arbeiten, unsere "Wissenschaft" voranzubringen. Damit wäre auch der Vereinsbegriff, an dem sich manche gestört haben, aus dem Namen raus - ebenso wie "kunde", woran sich ja die Mehrheit der Kritiker vor allem gestört hatten.

Ich würde dann ggf. in ca. 1-2 Wochen meinen Antrag modifizieren und alle Mitglieder informieren - auch diejenigen, die bereits ihre Delegationen für die Mitgliederversammlung abgegeben haben, so dass sie sich nochmal äußern können.

Für Rückmeldungen, auch zum konkreten Vereinsnamen, wäre ich dankbar.

Werner (Beziehungstyp, wir-verbunden, zukunftsorientiert, Denker - 123-Code: 1332)

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A23   RE: Wie sollen die Psychographie und unser Verein künftig heißen? werner - 02.02.2016 22:40 

Der "historischen" Vollständigkeit halber wollte ich diesem Diskussionsfaden abschließend hinzufügen, dass die Mitgliederversammlung am 30.1.2016 mit einer Mehrheit von 32 : 7 Stimmen für die Umbenennung des Vereins in "Initiative zur Förderung der Naturellwissenschaft e.V." gestimmt hat - und damit die von der Satzung vorgehene 3/4-Mehrheit klar erreicht wurde.

Danke allen, die so leidenschaftlich mit gedacht, diskutiert und auch ihre Stimmen delegiert haben! Das zeichnet einen lebendigen Verein aus, denke ich.

Werner (Beziehungstyp, wir-verbunden, zukunftsorientiert, Denker - 123-Code: 1332)

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